Psychologie - Teil 1
- 11. Sept. 2016
- 3 Min. Lesezeit

Grad ganz passend zur Jahreszeit, ein von den Kindern "gerupfter" Frühlingsblumenstrauss. Was hat dieser mit Psychologie zu tun? Es ist der Kontrast, die Abwechslung und doch auch das bunte Zusammenspiel der Farben, machen den Erfolg des Bildes, vielleicht auch die Fröhlichkeit im Leben aus. Es muss nicht immer alles perfekt sein. Manchmal hilft ein wenig Gelassenheit, einfach zu sagen: "Mei, so sans." (So sind sie halt nun mal). Auch hilft ein wenig das Entspannen: Das kann z.B. bei einer Tasse Cafe sein, oder spazieren gehen. Klingt paradox, aber alles was hilft, die Sinne nach aussen zu schärfen, auch einfach mal von sich selbst und seinen eigenen Problemen abzulenken, kann hilfreich sein. Da ich selbst gerne meine Antennen ausstrecke und mich bereits, nicht nur aus eigener Erfahrung, mit dem Thema und der Kunde von der Seele beschäftigt habe, (meine "Alltagspsychologie") denke ich, dass es bei der heute oft angewandten "systemischen Therapie", ein sehr guter Ansatzpunkt ist, dass soziale oder psychische Auffälligkeiten nicht als „krank“ bzw. pathologisch, sondern als prinzipiell verstehbare Reaktion auf Probleme oder Anforderungen gesehen werden. Nichtsdestotrotz glaube ich, dass in der Psychotherapie (im Allgemeinen) zu sehr der einzelne Mensch, als isoliertes - teilweise - sehr auf sich selbst bezogenes Wesen betrachtet wird. Ich bin dagegen der Meinung, dass Menschen grundsätzlich "Sippen- bzw. Familienmenschen" sind. Weiterhin vertrete ich eine These, dass die moderne häufige unselige Kombination von Isolation, die Hervorhebung des einzelnen Individuums, verbunden mit dem Leistungsdruck und der modernen Kommunikation (mit mangelnder menschlicher Interaktion), nicht nur die Ursachen von physischen und psychischen Krankheiten sind, sondern sich zudem m.E. lebensverkürzend auswirken könnten.
Wir sind nicht, als alleinstehende Individuen das "Mass aller Dinge", sondern wir brauchen einander in Form von Solidarität und Teamgeist! Deshalb sind viele Leader und Führungskräfte überfordert, weil sie oftmals nicht verstehen können, dass der Erfolg meistens nicht von ihrer Eigenleistung allein abhängt. Erfolg ist, nach meiner Erkenntnis, von einem Team abhängig, welches in sich stimmig ist und sich gegenseitig vertraut. Und auf die gemeinsame Kraft, auf das gemeinsame Ziel gemeinsam hinarbeitet, sich daraufhin konzentriert. Leider mangelt es, allein schon durch das heutige Schul- und Lehrprinzip, an "Teamplayern". Da jeder einem persönlichen Leistungsdruck und Konkurrenzkampf ausgesetzt ist. Quasi nach dem Motto: "Jeder ist sich selbst der Nächste". Die Tatsache, dass es Nichtakademiker schon jetzt auf dem Arbeitsmarkt schwer haben, verstärkt den Leistungsdruck jedes Einzelnen. Ein alter renommierter Psychiater sagte mir einmal: "Eine Auswahl hat es immer schon gegeben." Das Problem dabei ist, dass keiner sich gerne passiv auswählen lassen möchte, sondern dass man selbst gerne derjenige sein will, der auswählt. Dieses allgemein anzuwendende Beispiel zeigt mir deutlich, dass die selbstbezogene Betrachtungsweise, nicht zukunftsfähig ist, da sie schließlich davon lebt, dass es immer eine "Unterschicht" geben muss, zu deren Lasten, die "Auswählenden" prosperieren. Das könnte eine Ursache für soziale und gesellschaftliche Konflikte, auch der Nährboden für Ausgrenzungen sein. Sehr modern ist deshalb das Thema "Inklusion" (Teilhabe). Warum ist die Teilhabe so populär? Weil durch o.g. Ellenbogenmentalität immer mehr Menschen von einem Themenbereich (Arbeit, Gesundheit, Soziales, Gemeinschaft) ausgegrenzt werden. Obwohl sie selbst verhältnismässig leistungsfähig sind, jedoch durch den zunehmenden Druck am Arbeitsplatz, ihre eigenen physischen und psychischen Grenzen überschreiten (müssen). Deshalb: Schau Dir den Blumenstrauss oben noch mal an. Ein einzelnes Blümlein wirkt unscheinbar, unauffällig, simpel. Erst die Kombination mit anderen bunten Blumen, macht die Schönheit, das erfolgreiche Gesamtbild aus !


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