Eine Seite voll von Liebe
- Peter Ochsenbauer

- 1. Okt. 2024
- 3 Min. Lesezeit
Peter Ochsenbauer schreibt am 01.10.2024:
Eine Seite voll von Liebe und Frieden
Am Ende verlieren wir alles - aber das ist nicht das Ende vom Lied. Ich habe meine Arbeit verloren, ich habe meinen Bruder verloren, mein Vater ist gestorben, als er noch gelebt hat. Ich habe Angst von Kindesbeinen an erlebt, ich bin durch die Angst gegangen, bis mir mein Kopf surreale Bilder malte und ich nicht mehr wusste, wer ich bin und wer ich war. Wenn man durch die Hölle geht, dann kann man nur eins tun: Weiter gehen und hoffen, dass es irgendwann besser wird, dass die Hölle, wie eine Landschaft in dunkler Nacht, gleich einer langen Autofahrt, an einem schnell vorüberzieht.
Doch wie kann man in Frieden leben, wie kann man in Frieden gehen? Wenn ich eins weiß, dann ist es die Kraft der Augen, in denen sich die Seele spiegelt, wenn ich eins weiß, dann ist es die Kraft der Fantasie, welche Welten entstehen lässt, wenn ich eins weiß, dann ist es die Hoffnung, die uns Leben lässt, wenn ich eins weiß, dann ist es die Kraft der Liebe, welche uns alles überwinden lässt. Kann irgendein Unglück einen Menschen töten, der Liebe im Herzen hat? Nein, kein Unglück kann den Menschen töten, der im Innern weiß, dass er nicht nur für sich, sondern für seine – für die Liebe selbst – lebt.
Menschen haben Angst, dass Sie in eine noch so schwierige Situation kommen, doch wenn uns das Unglück nach unten drückt und wir in der hintersten Ecke sitzen, zerbrochen am Boden liegen und uns schwach fühlen, dann flüstert uns die Liebe zu:
„Komm Mädchen, komm Junge, Du schaffst es, ich – die Liebe – trage Dich durch diese Zeit! Du wirst wieder aufstehen, voller Kraft, wie ein ruhender Pol, wie ein Fels in der Brandung, nicht wie ein stolzer eitler Pfau, nein, so wie das kraftvolle rauschende und ruhende Meer.“
Wer die Liebe findet, dem ist das Ansehen egal, wer die Liebe in sich trägt, der lebt, auch ohne materiellen Glanz, selbst im niederen Gang. Selbst wer auch nur die Sehnsucht nach Liebe in sich trägt, der lebt in einer kraftvollen Hoffnung, dass ihn aus jedem Tal hinausführt. Am Ende verlieren wir Alles und wir nehmen nichts mit, außer das, was uns die Liebe und das Leben mitgegeben haben.
Die Gewissheit, dass wir nicht allein für uns, sondern für unsere lieben Menschen gelebt haben. Wir hinterlassen nicht in erster Linie Geld, wir hinterlassen das, was der Sinn in unserem Leben ist und war: Ein Streben, ein Leben, für die Liebe, die wir uns geben! Damit hinterlassen wir das beste Vermächtnis: Den Frieden!
Wenn wir Feinde haben und Ihnen vergeben, dann nicht, weil unsere Feinde Vergebung verdient hätten, sondern weil wir selbst Frieden verdient haben. Vergeben und verzeihen ist nicht zuerst eine Entscheidung, es ist ein Prozess, ein Verlauf, an dessen Ende es nur Gewinner geben wird. Das ist ein Geheimnis langjähriger Beziehungen, auch dass man sich immer in die Augen sehen kann, dass man ehrlich sagen kann, was man denkt, ohne sich unterwürfig verbiegen zu müssen.
Was können wir von einem alten Paar lernen, was können wir von einem älteren Menschen lernen? Dass das Alter keine Rolle spielt, dass junge Menschen schon alt sein können, alt an gereiften Lebenserfahrungen. Junge Menschen können weise sein, so wie alte Menschen ebenso unreif sein können.
Frieden ist nicht, wenn alle einer Meinung sind. Frieden ist, wenn wir alle trotz unterschiedlicher Ansichten trotzdem gemeinsam einen Weg gehen können.
Peter Ochsenbauer


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