Wenn die schweigende Mehrheit nicht mehr schweigen würde
- Peter Ochsenbauer

- 23. Feb. 2024
- 1 Min. Lesezeit
23.02.2024: Im Radio hörte ich folgende Aussage: "Der Lohn der Angepasstheit ist, dass jeder Dich mag, nur Du nicht Dich selbst!"
Leider habe ich die Erfahrung gemacht und leider habe ich auch bei mir selbst beobachtet, dass es skuriler Weise leichter ist, sich selber zu verleugnen, als dass wir auf die Anerkennung unserer Umgebung verzichten. Vielleicht mögen da auch Bequemlichkeit oder die Angst vor Widerständen die Gründe hierfür sein?
Aber wir müssen über unseren eigenen Schatten springen! Denn natürlich sind wir unbequemer, wenn wir so sind wie wir wirklich sind. Aber wir sind zugleich ehrlicher - vielleicht aber auch durch unsere Offenheit sympathischer und solidarischer mit unseren Leuten? Wir können durch unsere unbequemen eigenen Ansichten auch vielmehr die Andersartigkeit unserer Mitmenschen aufnehmen und verstehen.
Denn wenn wir frei raus sagen, was wir denken, dann weiss jeder woran er ist. Wenn wir es ehrlich und ernst mit uns selbst und unserer Umgebung meinen, dann müssen wir uns nicht mehr anpassen oder verstecken. Unsere Demokratie erlaubt diese Meinungsfreiheit, solange wir uns nicht gegenseitig beleidigen. Ich gehe sogar soweit, zu behaupten, dass die Demokratie von einem ehrlichem Diskurs lebt.
Wir sollten uns deshalb nicht scheuen, zivilisiert zu streiten. Ohne in Difarmierung und Blossstellung abzurutschen. Haben wir verlernt uns gegenseitig offen zu begegnen? Brauchen wir neue "Anstandsregeln" oder sogar Sanktionen bzw. Difarmierungen, um unsere Positionen klar zu machen?
Nein! Wir brauchen keine Angst vor uns selbst zu haben. Wir müssen auch nicht alle einer Meinung sein. Wir müssen vielleicht einfach nur, noch besser lernen, mit dem "Anders-Sein" oder einer anderen Meinung so umzugehen, dass wir immer weiterhin, noch gemeinsam in unseren Sandkästen spielen können.


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